AIV bildet weiter: Kommunale Wärmeplanung, was ist neu?

Am Dienstag, den 17. März 2026, fand in der Jade Hochschule Oldenburg eine Fortbildungsveranstaltung im Rahmen der Reihe „AIV bildet weiter“ statt. Das Thema lautete „Kommunale Wärmeplanung, was ist neu?“. Die Veranstaltung wurde von den Herren Peter Zenner, Marvin Schnabel-Thissen und Björn Boeke vom Amt für Klimaschutz der Stadt Oldenburg geleitet.

Im Mittelpunkt standen folgende Themenbereiche:

1. Energiegewinnung und -umsetzung
Es wurde erläutert, welche Heizformen im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung künftig erwartet werden. Dabei wurden unterschiedliche Heizverfahren und deren technische Anforderungen an Gemeinschaftsheizanlagen eingehend diskutiert. Im Fokus standen vor allem die Nutzung nicht fossiler Energiequellen wie Photovoltaik, Windkraft, Abwasserwärme, Erdwärme, Umgebungsluft und Biomasse. Diese Formen sollen zur klimafreundlichen Beheizung von Wohn- und anderen Gebäuden beitragen. Der Oldenburger Wärmeplan gilt als stadtweites Konzept für kostengünstiges und umweltfreundliches Heizen bis zum Jahr 2035.

2. Technische Voraussetzungen in der Gebäudeplanung
Ein Schwerpunkt lag auf der Rolle von Wärmepumpen, deren technische Weiterentwicklung sie zunehmend auch für ältere Gebäude mit schlechter Wanddämmung – sowie denkmalgeschützte Immobilien – geeignet macht. Somit ist die frühere Annahme, Wärmepumpen seien lediglich für Neubauten tauglich, nicht mehr haltbar. Dennoch bleibt die Gasbeheizung weiterhin erlaubt und sinnvoll, da eine Stilllegung des Gasnetzes aktuell nicht absehbar ist.

3. Fördermöglichkeiten durch Bund, Land und Kommunen
Die verschiedenen Förderprogramme wurden detailliert vorgestellt, sowohl direkte Investitionszuschüsse als auch Steuerbefreiungen. Besonders empfohlen wird die Durchführung von Energieberatungen, welche eine sorgfältige Bestandsanalyse erlauben, um mögliche Schäden durch falsche Energiesparmaßnahmen zu vermeiden.

4. Rechtliche Rahmenbedingungen
Die gesetzlichen Vorgaben zur Zulassung verschiedener Heizformen befinden sich aktuell in der politischen Diskussion im Rahmen der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Die Teilnehmer wurden aufgefordert, sich stets über den neuesten Stand zu informieren. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass politische Debatten oft nicht alle technischen Aspekte berücksichtigen. In Oldenburg erscheint die Beheizung von einzelnen Gebäuden oder Gruppen mittels Wärmepumpen häufig als die wirtschaftlich und ökologisch beste Lösung. Der Ausbau von Wärmeversorgungsnetzen ist hingegen nur in wenigen Stadtteilen wirtschaftlich realisierbar.

Die Fortbildung umfasste zwei Stunden und beinhaltete neben den Vorträgen auch eine Fachdiskussion, in der Fragen und Erfahrungen vertieft wurden. Insgesamt vermittelte die Veranstaltung fundiertes Wissen zur kommunalen Wärmeplanung und zeigte Wege auf, wie klimafreundliches Heizen zukunftsfähig gestaltet werden kann.

Bild: aus Handlungsleitfaden des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg , Text: Bernd Müller

Kontakt

OLDENBURGISCHER Architekten- und Ingenieurverein e.V.                                                        
Industriestraße 1g, 26121 Oldenburg  
Telefon: 0151-61592813
E-Mail: aiv@aiv-oldenburg.de 
 

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